Achterbahnen

Eine Achterbahn ist ein Fahrgeschäft, bei dem ein oder mehrere auf Schienen fahrende Wagen oder Züge eine derart beschaffene Strecke befahren, dass Passagiere gefahrlos außergewöhnliche G-Kräfte erleben können. Achterbahnen zählen zu den klassischen und größten Attraktionen auf Volksfesten und in Vergnügungsparks.

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Der deutsche Name Achterbahn entstand aus der Bezeichnung Figur-8-Bahn. In Österreich werden Achterbahnen nach den Bahnen im Wiener Prater auch Hochschaubahn genannt. Der ebenfalls gebräuchliche Name Berg-und-Tal-Bahn leitet sich von den Bergen und Tälern des Streckenverlaufes ab. Die Herkunft des heutigen englischen Namens Roller Coaster ist umstritten. Er setzt sich aus den Begriffen Roller – für rollend / Rollender und Coaster – von to coast das mit frei fahrend übersetzt werden kann, zusammen. Bereits LaMarcus Adna Thompson benutzt 1884 den Begriff im Patentantrag für seine Roller Coasting Structure. In vielen romanischen Sprachen nimmt die Bezeichnung Bezug auf die Russischen Berge, zum Beispiel Montagnes russes im Französischen oder Montagne russe im Italienischen, während im Russischen von Amerikanischen Bergen (Американские горки) gesprochen wird.

Typen

Ein Inverted Coaster

Ein Flying Coaster

Ein Spinning Coaster im Immelmann Turn

Inzwischen gibt es unzählige verschiedene Achterbahntypen, die nach verschiedenen Kriterien unterschieden werden. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Holzachterbahnen (Wooden Coaster) und Stahlachterbahnen (Steel Coaster), wobei hier das Material der Schienenkonstruktion, nicht das der Stützen maßgeblich ist. Es gibt Achterbahnen mit Holzschienen und Metallstützen und umgekehrt.

Ein weiteres grundsätzliches Unterscheidungsmerkmal ist die Aufteilung in transportable und stationäre Bahnen.

Wagen

Neben der klassischen Achterbahn im Sitzen (Sit-Down Coaster) unterscheidet man bei Stahlbahnen nach der Wagenform. So gibt es Typen, in denen man unter der Schiene fährt (Inverted Coaster und Suspended Coaster), im Wagen steht (Stand-Up Coaster), liegt (Flying Coaster) oder bei denen der Zugboden fehlt (Floorless Coaster). Weiterhin gibt es Achterbahnen mit Wagen, die sich horizontal drehen können (Spinning Coaster) und solche, bei denen die Sitze der Wagen selbst Überschläge ausführen können (z. B. 4th Dimension Coaster und Ball Coaster).

Antrieb

Klassisch werden die Wagen oder Züge nach Transport auf einen Hügel (Lifthill) durch die Schwerkraft angetrieben. Daneben gibt es durch Elektromotoren im Zug angetriebene Achterbahnen (Powered Coaster) und abgeschossene Achterbahnen (Launched Coaster) mit Katapultstart.

Streckenführung

Neben den Bahnen mit geschlossener Streckenführung gibt es sogenannte Shuttle Coaster, bei denen die Strecke offen ist und die Wagen sie zweimal durchfahren, vorwärts und rückwärts.

Weiterhin gibt es Achterbahnen mit mehreren Fahrspuren. Je nach Art des Aufbaus spricht man von Racing Achterbahn, wenn die Spuren parallel verlaufen, oder von Duelling Achterbahn, wenn die Strecken ähnlich und gleich lang sind, aber weitgehend nicht parallel verlaufen. Bei beiden liefern sich die Fahrzeuge ein „Rennen“ beziehungsweise ein „Duell“. Bei sogenannten Möbius-Achterbahnen beschreibt die Strecke eine Unendlichkeit in der Art des Möbiusbandes. Es starten dazu zwei Züge in zwei verschiedenen Stationen und am Ende der Fahrt befinden sich beide Züge jeweils in der Station, in der der andere gestartet ist. Möbius Achterbahnen können als Racing– oder Duelling Anlage aufgebaut sein. Zudem gibt es Mehrfachanlagen bei denen die Fahrzeuge auf den Strecken nicht in besonderer Weise interagieren und auch die Abfahrten nicht synchronisiert sind.

Achterbahnen in Gebäuden

Einige Achterbahnen werden innerhalb von Gebäuden errichtet. Zum einen handelt es sich dabei um Bahnen, die zu einem in einem Gebäude befindlichen, größeren Komplex gehören, etwa einem Indoorvergnügungspark (Beispiel Adventuredome, Las Vegas; Galaxyland, Edmonton) oder einem Einkaufszentrum (Beispiel Mall of America). Die so vor der Witterung geschützten Bahnen werden üblicherweise ganzjährig betrieben.

Zum anderen werden Bahnen als Dunkelachterbahn betrieben. Bei solchen Achterbahnen liegt ein Großteil der Strecke in einem unbeleuchteten, vom Tageslicht abgeschirmten Gebäude oder Gebäudebereich. Oft kommen bei solchen Bahnen Musik und Lichteffekte sowie Figuren und Gegenstände als Thematisierungselemente zum Einsatz. Besonders beliebt ist dabei das Thema Weltraum. Beispiele dafür sind Temple of the Night Hawk im Phantasialand oder Space Mountain in diversen Disneyparks.

Höhe

Ferner werden große Achterbahnen oft durch ihre Höhe in Stadien eingeteilt. Hier sind insbesondere Mega Coaster (über 150 ft ≈ 46 m), Hyper Coaster (über 200 ft ≈ 61 m), Gigacoaster (über 300 ft ≈ 91 m) und Teracoaster (über 400 ft ≈ 122 m) zu nennen. Diese Namen verwischen allerdings teilweise mit den Typenbezeichnungen der Hersteller.

Wasserachterbahn Poseidon im Europa-Park

Sonstige

Des Weiteren stellen Wasserachterbahnen (Water-Coaster) eine Kombination aus Achterbahn und Wildwasserbahn beziehungsweise Shoot the Chutes dar.

Puristen erkennen Powered und Water-Coaster oft nicht als „richtige“ Achterbahnen an, da ihnen klassische Merkmale einer Achterbahn fehlen. Als klassische Merkmale zählen sie zum Beispiel mindestens eine Bergauffahrt aus eigener Kraft (beim Powered Coaster nicht gegeben) und das ständige Fahren auf Schienen (beim Water-Coaster teilweise nicht gegeben).

Auch die zu den Sommerrodelbahnen gehörenden Alpine-Coaster werden häufig als mit Achterbahnen verwandt betrachtet. Sie fahren zwar auf einer geschlossenen Schienenstrecke, ihnen fehlt im Streckenverlauf aber der Wechsel aus Gefälle- und Steigungsabschnitten, weil der Streckenverlauf kontinuierlich nur bergab geht. Von den klassischen Achterbahnen unterscheiden sich Alpine-Coaster außerdem in der Möglichkeit, die Geschwindigkeit des Wagens selbst durch Bremsen zu kontrollieren. Vor allem werden diese Anlagen aber nach DIN 33960 als Sportanlagen klassifiziert während Achterbahnen unter DIN 13814 als Fliegende Bauten und Anlagen für Veranstaltungsplätze und Vergnügungsparks fallen. Der weltweit längste Alpine-Coaster ist der 3.525 Meter lange und 450 Meter hohe Alpine Coaster im österreichischen Imst.

Natürlich gibt es auch Kombinationen aus den verschiedenen Typen, zum Beispiel Inverted Launched Shuttle Coaster wie Wicked Twister in Cedar Point, Ohio.

Technik und Sicherheit

Um die Sicherheit der Mitfahrer und Außenstehenden zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten, werden bei Achterbahnen verschiedene zum Teil redundante Sicherheitsmechanismen und -systeme eingesetzt. Zwar soll die Fahrt auf Achterbahnen das Gefühl der Gefahr vermitteln, tatsächlich gehören sie aber, statistisch gesehen, zu den sichersten Gefährten der Welt. Die Anfahrt zum Vergnügungspark oder Festplatz ist deutlich risikoreicher als die Fahrt auf der Achterbahn. Mit der eingesetzten Technik sollen vor allem das Heraus- bzw. Herunterfallen der Fahrgäste und die Kollision der Fahrzeuge vermieden werden.

Durch Absperrungen und Zäune wird ein Zugang zur Strecke für Unbefugte versperrt. Verletzungen der Mitfahrer durch herab- oder herausfallende Gegenstände beziehungsweise ein Bewerfen der Fahrgäste wird meist durch Netze, Gitter, Wände oder Überdachungen in Streckennähe verhindert.

Räder und Schienen

Fahrwerk einer modernen Achterbahn

Skizze der letzten Schienengeneration von Intamin

Skizze der B&M-Schienen

Skizze der Vekoma- und Arrow-Schienen

Bei den ersten Bahnen (z. B. Switchbackrailways) gab es nur gerade Strecken ohne Kurven mit einfachen Stahlschienen, wie sie beispielsweise bei Feldbahnen zum Einsatz kommen. Weiterentwicklungen hatten dann seitliche Räder (Sidefriction Wheels), die an neben den Schienen angebrachten Leisten liefen und in den Kurven ein Herunterspringen des Zuges von den Schienen verhinderten. Um das Entgleisen bei steilen Bergabpassagen und Hügeln zu vermeiden, wurden zunächst seitlich verlängerte Achsen in den Wagen verwendet, die unter Bohlen neben den Schienen liefen. John A. Miller entwickelte 1912 ein drittes Räderpaar, das unter die spezielle Schiene greift, Up-Stop oder Underfriction Wheels genannt. Die erste europäische Bahn, die diese Technik einsetzte, ist die 1923 eröffnete Big Dipper in Blackpool Pleasure Beach.

Moderne Achterbahnfahrwerke haben fast alle zusätzlich zu den Laufrädern je zwei Räderpaare, die seitlich und gegenläufig an den Schienen laufen. Weniger verbreitet sind zusätzliche schräg unterhalb der Laufräder angebrachte Radpaare. Erst diese Radanordnung machte ab 1975 bei Stahlachterbahnen das sichere Durchfahren von Überschlagselementen möglich.

Bei Holzachterbahnen sind die Schienen aus Holzleisten zusammengeleimt, mit Metallauflagen an den Laufflächen der Räder. Die Schienen von Stahlachterbahnen bestehen aus gebogenen Stahlrohren oder H-Profilen.

Rückhaltesysteme

Während auf frühen Achterbahnen keine starken g-Kräfte auftraten, die die Gefahr mit sich gebracht hätten, die Mitfahrer aus den Sitzen zu schleudern, und somit auch Rückhaltesysteme überflüssig waren, änderte sich dies mit Aufkommen von Bahnen mit Up-Stop Wheels. Neben der Funktion, die Fahrgäste vor einem Herausfallen durch Aufstehen zu sichern, hielten die nun eingesetzten Gurte oder Schoßbügel sie auch bei Airtime sicher auf ihren Sitzen.

Bei Stahlachterbahnen mit Überschlägen werden meist Schulterbügel eingesetzt, die neben der Fixierung auf den Sitzen auch Verletzungen durch Verdrehen des Oberkörpers verhindern sollen. Obwohl der Schließmechanismus der Bügel mit Rasten oder Hydraulikzylindern doppelt ausgeführt ist, um ein Versagen zu verhindern, kommen vor allem bei Inverted Coastern oft noch zusätzliche Gurte zwischen Sitz und Schulterbügel zum Einsatz. Diese Gurte sollen vor allem die subjektive Sicherheitswahrnehmung der Gäste erhöhen.

Aufwändigere Rückhaltesysteme gibt es bei den Flying Coastern, bei denen die Fahrgäste die Fahrt unter dem Zug mit dem Gesicht nach unten liegend erleben. Durch die Fahrposition müssen hier neben dem Oberkörper auch die Beine des Fahrgastes gehalten werden.

In den letzten Jahren gab es neue Entwicklungen zum Thema Personensicherung auf Achterbahnen. Beispielsweise kommen die X-Car-Achterbahnwagen von Maurer AG und neue Wagen von Zierer, trotz durchfahrener komplizierter Inversionen, durch speziell geformte Sitze und Bügel ohne die bei vielen Achterbahnfans unbeliebten Schulterbügel aus.

Bremsen

Wirbelstrombremsen der Intamin-Achterbahn Goliath in Walibi World

Moderne Achterbahnfahrzeuge, ausgenommen denen von Powered Coastern, besitzen weder einen eigenen Antrieb noch eigene Bremsen. Beschleunigt und gebremst wird jeweils von außen. Dabei sind die Bremsen so ausgelegt, dass sie im ausgeschalteten Zustand geschlossen sind und den Zug anhalten. Somit ist auch bei Ausfall der Energiezufuhr stets der Halt der Fahrzeuge ohne Gefahr einer Kollision gewährleistet. Für die Bremsen kommen hauptsächlich Klotzbremsen zum Einsatz, bei denen eine unter oder seitlich des Wagens angebrachte Metallschiene zwischen den Bremsklötzen geführt wird und so als Angriffsfläche dient. Zunehmend werden auch wegen ihrer Ausfallsicherheit praktisch wartungsfreie Wirbelstrombremsen verbaut, die zusätzlich noch den Vorteil einer sanfter einsetzenden Bremsung bieten.

Auch heute gibt es noch auf Scenic Railways Züge mit eigenen Bremsen. Hier fährt jeweils ein Bremser mit im Zug, der neben der Regelung der Geschwindigkeit auch für die Fahrt ohne Auffahren auf andere Züge verantwortlich ist.

Lift

Rückrollsicherung an einem Achterbahnwagen von Gerstlauer

Neben verschiedenen Antriebsformen von Abschussachterbahnen gibt es auch bei den Liftarten unterschiedliche Konzepte. So sind Kettenlifte, Kabellifte, Reibradlifte, Trommellifte und Vertikallifte vorzufinden.

Gegen ein Zurückrollen auf dem Lifthill wird der sogenannte Safety Dog eingesetzt, der in kurzen Abständen in einer Sägezahnleiste einrastet und dabei das für viele Lifte charakteristische Klackern verursacht. Viele neuere Anlagen besitzen spezielle Mechanismen, die das Klackern verhindern, indem sie die Raste nur bei einem tatsächlichen Zurückrollen des Zuges auslösen. Der Hersteller Vekoma verwendet hingegen keinen Safety Dog. Stattdessen gibt es Bremsbleche, die den ganzen Lift hinauflaufen. Die Bremsbleche laufen dann an den Zügen durch einen Spalt, in dem es auch einen Keil gibt, der mit einer Feder in diesen Spalt hineingedrückt wird. Wenn der Zug, zum Beispiel durch das Reißen der Antriebskette zurückrollen sollte, dann wird der Keil im Zug eingeklemmt und so stark gegen das Bremsblech gedrückt, dass ein Zurückrollen verhindert wird. Der deutlich hörbare Unterschied zu den Safety Dogs besteht darin, dass bei der Einfahrt auf den Lift ein „Klack“-Geräusch zu hören ist, das in ein metallisches Schleifen übergeht, das die ganze Zeit auf dem Lift zu hören ist.[17] Bei den Achterbahnen des Typs Suspended Looping Coaster sind es – wie bei der Achterbahn „Limit“ im Heide-Park – drei Keile, die den Zug gegen ein Zurückrollen auf dem Lift sichern.

Neben dem Hochziehen der Züge auf den höchsten Punkt der Achterbahn haben die Lifthills aller Achterbahnen, bei denen es mehr als einen Zug gibt, noch eine weitere Aufgabe, die zur Sicherheit beiträgt: Wenn ein Zug den Lifthill hinaufgezogen wird und der vorausfahrende Zug die erste Blockbremse nach dem Lifthill noch nicht vollständig verlassen hat, dann schaltet die SPS den Antrieb des Lifthills aus, noch bevor der gezogene Zug den höchsten Punkt des Lifthills erreichen kann. Dies ist eine vom TÜV vorgeschriebene Sicherheitsfunktion, die gefährliche Auffahrunfälle verhindern soll, da ein Block so immer vollständig geräumt ist, bevor er vom nächsten Zug durchfahren wird.

Zurückrollen

Ein Beispiel für absichtliches Zurückrollen: ein Boomerang

Als Zurückrollen (engl. rollback) bezeichnet man bei Achterbahnen den Vorgang, dass eine Steigung nicht geschafft wird und der Zug die Steigung wieder zurückrollt.

Dies geschieht durch die zu niedrige Geschwindigkeit entweder bei zu geringer Beschleunigung durch das Abschusssystem von Launched Coastern oder durch zu hohe Rollreibung der Räder der Achterbahnwagen, ausgelöst durch Verschleiß oder zu hohe Viskosität der Schmiermittel bei geringer Außentemperatur.

Vor allem bei Abschussachterbahnen mit senkrecht zum Top Hat ansteigender Strecke wie z. B. Kingda Ka kommt es gelegentlich zum Zurückrollen. Allerdings fahren bei diesen Bahnen auf der Startgerade Bremsschwerter für die Wirbelstrombremsen aus, nachdem die Wagen den jeweiligen Abschnitt passiert haben. Im Falle des Zurückrollens wird der Zug so sicher gebremst.

Shuttle Coaster sind so konstruiert, dass sie absichtlich zurückrollen.

Zugsteuerung

Heute sind die Speicherprogrammierbaren Zugsteuerungen – wie sie ähnlich auch in der Fertigungstechnik eingesetzt werden – die wichtigste Sicherheitstechnik, um das Auffahren der Achterbahnwagen zu vermeiden.

Ähnlich wie im Eisenbahnverkehr wird die Fahrstrecke in mehrere Blöcke aufgeteilt, die erst befahren werden können, wenn das vorausfahrende Fahrzeug den folgenden Blockabschnitt verlassen hat. Die Abschnitte sind dabei durch Elemente, die einen definierten Halt des Fahrzeugs ermöglichen – Bremsen oder Transportelemente – voneinander getrennt.

Das Ein- und Ausfahren der Wagen wird durch Sensoren erfasst und der zentralen Computersteuerung übermittelt. Sobald der Abschnitt frei ist, wird die Bremse geöffnet beziehungsweise das Transportsystem wird in Betrieb gesetzt.

In der Station wird die Freigabe der Strecke durch Lichtsignale angezeigt. Am Bedienpult wird dann, nach Kontrolle der sicheren Platzierung der Fahrgäste, die Abfahrt manuell ausgelöst. Bei vielen modernen Anlagen ist die Abfahrt der Züge erst möglich, nachdem alle Rückhaltesysteme über Sensoren der Steuerung den Zustand „Geschlossen“ mitgeteilt haben, die Zugangstore geschlossen sind und die Kontrolleure durch Tastendruck auf beiden Seiten der Station „Station frei“ signalisieren.

Fahrelemente

Ein Looping

 

Auch Fahrelemente gibt es heutzutage unzählig viele. Das klassische Element einer Achterbahn ist die Bergabfahrt – die erste, meist auch höchste Abfahrt wird First Drop genannt – und die Fahrt über Hügel. Je nach Form und Ausprägung werden auch hier meist englische Bezeichnungen verwendet. So wird bei hohen parabelförmigen Hügeln oft von Camelbacks (Kamelrücken), bei kleinen flachen von Bunnyhops (Kaninchensprünge) gesprochen.

Schon früh wurden mit den Figure-Eight– und Twister-Achterbahnen auch Anlagen mit Kurven realisiert. Waren diese zunächst flach, wurden sie zunehmend geneigt gebaut, um seitlich auf die Mitfahrer wirkende Kräfte zu reduzieren. Eine Ausnahme bilden dabei die Wilde-Maus-Achterbahnen, bei denen die ungeneigten engen Mauskurven das Hauptmerkmal darstellen.

Die Technik zur Berechnung und zum Biegen der Schienen wurde im Laufe der Jahre immer weiter verbessert, die Belastungen für die Fahrgäste auf diesem Wege weiter reduziert. Vor allem die Einführung der sogenannten Herzlinie und der Raumkurve durch Werner Stengel hat dazu beigetragen. Dabei werden die Schienen so gestaltet, dass die Drehachse nicht, wie früher üblich, auf der Schienachse liegt, sondern sich in Höhe der Körpermitte, also etwa dem Herzen, der Fahrgäste befindet. Damit werden die seitlichen Wege, die der Oberkörper des Passagiers zurücklegen muss, und die auftretenden Kräfte reduziert.

Durch die fortgeschrittenen Berechnungsmodelle und Fertigungstechniken wurden neben einfachen Steilkurven und Helices auch aufwendigere Streckenführungen wie Umschwünge, überneigte Kurven (Overbanked Turn), Hügel mit Richtungswechsel und Air-Time (EGF-Flip) oder senkrechtstehende Kurven (Immelmann Turn) möglich.

Inversionen

Bereits ab Ende des 19. Jahrhunderts versuchte man einen Looping in die Holzbahnen einzubauen. Die Gäste trugen zum Teil aber Verletzungen wie Schleudertraumata durch die auftretenden hohen Kräfte davon.

Die erste moderne Achterbahn mit Überschlagselementen war die 1975 von Ron Toomer entworfene Corkscrew in Knott’s Berry Farm, USA. Bei der 1989 an den Silverwood Theme Park verkauften Bahn von Arrow Dynamics gab es zwei der namengebenden Schrauben.

Erst der deutsche Konstrukteur Werner Stengel fand eine Lösung für die viel zu hohen g-Kräfte und Drehmomente in kreisrunden Loopings. Er berechnete einen Looping in der Form einer Klothoide, bei der der Radius bei Ein- und Ausfahrt in den Looping deutlich größer als im oberen Looping-Teil ist. So konnte er die Kräfte optimieren und 1976 zusammen mit dem Hersteller Anton Schwarzkopf aus Münsterhausen den ersten Looping bei der Bahn Revolution (Six Flags Magic Mountain, USA) realisieren.

Neben dem klassischen Looping und der Schraube (Corkscrew) gibt es auch Variationen wie den Dive Loop, die Zero G Roll oder den Boomerang beziehungsweise Cobra Roll, um nur einige wenige zu nennen. Viele der Namen sind von vergleichbaren Figuren des Kunstfluges übernommen worden.

Rekordhalter

Höchste Achterbahn der Welt: Kingda Ka

Silver Star – höchste Achterbahn Deutschlands

Mit 121° der steilste First Drop der Welt: Takabisha in Fuji-Q Highland

Die zweitsteilste Holzachterbahn der Welt nach dem T Express: El Toro

Um die Besucher zu locken, setzen viele Betreiber von Achterbahnen auf möglichst ausgefallene Eigenschaften, mit denen man ein gutes Marketing betreiben kann und den Besuchern das Gefühl gibt, etwas Besonderes und Einzigartiges erlebt zu haben. Neben aufwendigen Thematisierungen sind vor allem Rekorde ein beliebtes Mittel, dies zu erreichen. Im Wettlauf um die höchste Achterbahn haben sich vor allem US-amerikanische Parks und Parkketten lange Zeit gegenseitig überboten, um den Weltrekordhalter im eigenen Park zu haben. Auch ohne offiziellen Guinness-Weltrekord werben viele Betreiber mit inoffiziellen oder lokalen Rekorden wie „höchste Achterbahn in Deutschland“ oder Ähnlichem.

Problematisch ist oft die genaue Definition und Abgrenzung eines Rekordes. So war Colossos bis 2006 die höchste reine Holzachterbahn, da Son of Beast einen Looping aus Stahl hatte, weshalb sie nicht immer als Holzachterbahn anerkannt wurde. Auch wird im Falle von Colossos immer noch mit der steilsten Abfahrt auf einer Holzachterbahn geworben, obwohl seit 2003 mit Balder eine steilere existiert. Der Knackpunkt ist, dass im Guinness-Buch der Rekorde weiterhin Colossos als Bahn mit der steilsten Abfahrt gelistet wurde.

Teilweise werden auch Angaben wie die Höhe geschönt, um die Bahnen besser dastehen zu lassen.

Stahlachterbahnen

  • Höchste: Kingda Ka 139 m – Six Flags Great Adventure, New Jersey (2005)
    • Höchste in Europa: Shambhala 76 m – PortAventura, Salou, Spanien (2012)
    • Höchste in Deutschland: Silver Star 73 m – Europa-Park, Rust, Deutschland (2002)
  • Längste: Steel Dragon 2000 2.479 m – Nagashima Spa Land, Japan (2003)
    • Längste in Europa: The Ultimate 2.268,3 m – Lightwater Valley, Großbritannien (1991)
    • Längste in Deutschland: Silver Star 1620 m, Europa-Park, Rust (2002)
  • Längste Indoorachterbahn: Temple of the Night Hawk 1.174 m, Phantasialand, Deutschland (1988)[19]
  • Schnellste: Formula Rossa 240 km/h – Ferrari World, Abu Dhabi (2010)
  • Höchste Abfahrt: Kingda Ka 127 m – Six Flags Great Adventure, New Jersey (2005)
    • Höchste Abfahrt in Europa: Shambhala 78 m – PortAventura, Salou, Spanien (2012)
    • Höchste Abfahrt in Deutschland: Silver Star 67 m – Europa-Park, Rust, Deutschland (2002)
  • Steilste Abfahrt: Takabisha von Gerstlauer Amusement Rides 121 Grad – Fuji-Q Highland bei Tokyo (2011)
    • Steilste Abfahrt in Europa: Timber Drop von S&S Worldwide 113 Grad – Fraispertuis-City (Jeanmenil, Lorraine, Frankreich) (2011)
    • Steilste Abfahrt in Deutschland : Fluch von Novgorod von Gerstlauer Amusement Rides 97 Grad – Hansa-Park Sierksdorf (2009)
  • Meiste Überschläge: The Smiler – 14 Inversionen – Alton Towers, Alton (Staffordshire), England (Mai 2013)[20]
    • Eejanaika (jap. ええじゃないか) – Fujikyū Highland, Fujiyoshida, Japan (2006) besitzt 14 Inversionen, allerdings werden die meisten Überschläge bei diesem 4th Dimension Coaster durch Drehung der Sitze erzeugt. „Echte“ Inversionen der Schiene hat die Bahn nur zwei.
  • Breiteste Wagen: Griffon 10 Sitze nebeneinander – Busch Gardens Europe, Williamsburg, Virginia, Vereinigte Staaten (2007)

Holzachterbahnen

  • Höchste: T Express 56 m – Everland, Yongin-si (Gyeonggi-do), Süd-Korea (2008)
  • Längste: The Beast 2243 m – Kings Island, Cincinnati, Ohio (1979)
  • Schnellste: Colossos 120 km/h – Heide-Park, Soltau, Deutschland (2001)
  • Höchste Abfahrt: El Toro 53,6 m – Six Flags Great Adventure, Jackson (New Jersey), USA (2006)
  • Steilste Abfahrt: Outlaw Run 81 Grad – Silver Dollar City, Branson, Missouri (2013)

Die älteste Achterbahn

Die älteste sich im Betrieb befindende Achterbahn ist die Side-Friction-Holzachterbahn Leap The Dips aus dem Jahre 1902 im Lakemont Park in Altoona, Pennsylvania/USA.

Ausdauerrekorde

Neben den Rekorden der Bahnen gibt es auch regelmäßig Versuche, Ausdauerrekorde im Achterbahnfahren aufzustellen. Während die Rekordversuche früher teilweise nur zu Parköffnungszeiten durchgeführt wurden, werden sie heute rund um die Uhr durchgeführt und nur von genau festgelegten kurzen Pausen unterbrochen.

Insbesondere der US-Amerikaner Richard Rodriguez ist für seine vielen Rekordfahrten bekannt, die teilweise auch von Ärzten und Wissenschaftlern erforscht wurden. Er ist auch langjähriger Halter des Guinness-Rekords, der ihm allerdings von August 2006 bis August 2007 vom Deutschen Stefan Seemann zwischenzeitlich abgenommen wurde. Der aktuelle Rekord, aufgestellt von Rodriguez im August 2007, beträgt 9,5 Tage.

 

Quelle: www.wikipedia.de

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