Zoo Frankfurt am Main

Der Zoo Frankfurt (zeitweise auch Zoologischer Garten Frankfurt) wurde 1858 in Frankfurt am Main eröffnet und ist damit (nach dem Berliner Zoo) der zweitälteste Tierpark Deutschlands.

Gründung
Der Frankfurter Zoo entstand auf Betreiben einer Bürgerinitiative. Dazu pachtete die Zoologische Gesellschaft Frankfurt zunächst den Leer’schen Garten im Westend, direkt an der Bockenheimer Landstraße und westlich der heutigen Straße Unterlindau gelegen. Als man schließlich die Genehmigung der örtlichen Polizeibehörde eingeholt hatte, mit der „das Halten wilder Tiere in geeigneten Behältern“ gestattet wurde, wurden am 8. August 1858 die ersten exotischen Tiere ausgestellt. Doch genehmigt wurden vorerst lediglich Pflanzenfresser.

Umzug
Sowohl die Innenstadtlage als auch Platzmangel bewogen die Gründergesellschaft, an die damals außerhalb der Stadt gelegene Pfingstweide zu ziehen, ein ehemaliges Exerziergelände, auf dem schon Napoleon I. 1813 die Truppenparade abgenommen hatte. Am 29. März 1874 war der Umzug und bereits 1875/76 wurde das Zoo-Gesellschaftshaus errichtet. In der Folgezeit wurden auch ein Raubtierhaus, das Affenhaus, das Antilopenhaus, die Bärenanlagen und ein großes Aquarium gebaut. Der Zoo war auch bei Malern beliebt und wurde von den Impressionisten Paul Klimsch und Max Slevogt besucht.

1915 übernahm die Stadt Frankfurt den Zoo, nachdem der Tierbestand wegen des Ersten Weltkrieges an mangelnder Pflege und Nahrungsknappheit einzugehen drohte.

Kriegszeit
In der Zeit des Nationalsozialismus entstanden neben Gartenanlagen auch das Elefantenhaus, die Robbenanlage und das Menschenaffenhaus. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Zoo im Frühjahr 1944 durch mehrere Volltreffer mit Fliegerbomben bei den Luftangriffen auf Frankfurt am Main fast völlig zerstört. Viele Tiere starben oder liefen frei umher. Nahezu alle Gehege und auch das Gesellschaftshaus waren ausgebrannt. Alle Aquarien- und Terrarientiere, sämtliche Raubkatzen und ungefähr 90 Prozent aller anderen Tierarten waren tot. Nach dem Krieg wirkte der damalige Direktor Bernhard Grzimek darauf hin, dass der Zoo erhalten blieb. Die amerikanische Militärregierung und der von ihr benannte Magistrat hatten zunächst aus Kostengründen keinerlei Interesse am Aufbau des zerstörten Zoos. Doch Grzimek erwirkte nach mehrwöchigen Aufräumungsarbeiten eine Erlaubnis für die Wiedereröffnung. Allerdings durften seitens der zerstörten Stadt keine Finanzmittel dazugegeben werden.

Als neue Einnahmequelle wurde auf dem Gelände des zerstörten Zoos ein ständiges Vergnügungszentrum mit Schaustellern aller Art, Karussells und Achterbahn eröffnet. Tanzveranstaltungen, Kinderfeste und Sommernachtsbälle, Modenschauen, Eisrevuen und Zirkusveranstaltungen brachten Geld in die leeren Kassen. Grzimek wurde von anderen deutschen Zoodirektoren dafür kritisiert, da diese Vorgehensweise eines Zoodirektors nicht würdig sei.

Zugleich wurde das Zoogelände in nordöstlicher Richtung um ein Trümmergelände bis an den Unteren Atzemer und die Waldschmidtstraße erweitert; durch die Erweiterung verschwand die alte Fasanenstraße.

Neubauten seit 1950
Die 1950 von Bernhard Grzimek wiedergegründete Zoologische Gesellschaft Frankfurt veranstaltete Tombolen und Spendenaktionen und stiftete die Einnahmen, die Millionenhöhe erreichten, dem Wiederaufbau. An Neubauten kamen ab den 1950er Jahren (zum Teil erstmals in Deutschland) hinzu:

1953: Giraffenhaus (Netzgiraffen);
1957: Exotarium (Kunstwort aus Exot und Aquarium) mit der ersten Polaranlage für Pinguine (Eselspinguine);
1961: Faust-Vogelhallen mit großer Freiflughalle;
1966: Menschenaffenhaus mit riesigen Glasscheiben und ohne Gitter;
1970: Freianlage für Menschenaffen;
1978: Grzimek-Haus für Kleinsäugetiere mit einer Nachtabteilung (auch Tag-Nachthaus genannt), ermöglicht das Beobachten nachtaktiver Tiere;
2001: Katzendschungel Südasien, eine naturnahe Anlage für den Asiatischen Löwen, Sumatra-Tiger, Fossas und Rostkatzen;
2002: Robbenklippen: Zwei getrennte Becken für Seehunde und Zwergseebären; in einer angebauten Grotte können die Robben durch große Unterwasserfenster beobachtet werden;
2004: neue Zwergotter-Anlage;
2007: barrierefreier Streichelzoo;
2008: „Borgori-Wald“ (Kunstwort aus Bonobo, Orang-Utan und Gorilla); das neue Menschenaffenhaus und das Gibbon-Haus am großen Weiher mit Verbindung auf eine Insel.
2013: „Ukumari-Land“ (Ukumari ist das Quechua-Wort für Bär); die neue Bärenanlage mit Brillenbären und Brüllaffen und der neue Eingangsbereich gegenüber dem Haupteingang des Gesellschaftshauses.
Ein neues Pinguin-Haus unter dem Motto „Schöner Wohnen“ sowie die Neugestaltung der Außenanlage der Asiatischen Löwen, die durch die Eishockey-Mannschaft Löwen Frankfurt („Löwen für Löwen“)unterstützt wird, sind in Planung. Mit dem Bau des Pinguin-Hauses, das Einblicke in das Leben und Verhalten der Vögel bieten soll, kann nach Angaben des Zoos voraussichtlich Ende 2014 begonnen werden. Weitere Projekte im Masterplan des Zoos sehen eine neue Afrika-Anlage und den Neubau des Nachttierhauses vor. Hierfür ist jedoch eine Finanzierung noch nicht sichergestellt.

Quelle: Wikipedia