Nintendo 3DS

Der Nintendo 3DS ist eine Handheld-Konsole des japanischen Unternehmens Nintendo und der Nachfolger der Nintendo-DS-Serie. Es ist die erste Spielkonsole, die autostereoskopische 3D-Inhalte darstellen kann, eine spezielle Brille wird daher nicht benötigt. Er kam in Japan am 26. Februar 2011 auf den Markt, in Europa am 25. und in den USA am 27. März. Im Rahmen einer Presseveranstaltung am 19. Januar 2011 in New York und Amsterdam wurde bekannt gegeben, dass der 3DS 25.000 Yen bzw. 249,99 USD kosten werde. 

In Deutschland hat sich bisher keine Konsole schneller verkauft als der 3DS (Stand März 2012). Anfang 2012 gab Nintendo of America bekannt, dass sich der 3DS in den ersten neun Monaten öfter verkauft hat als die Wii. 

Geschichte

Der 3DS wurde im Rahmen der E3 2010 am 15. Juni 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Prototypen des Gerätes waren für Besucher der E3 zugänglich und konnten getestet werden.  Auf der hauseigenen Messe Nintendo World 2011 war der Nintendo 3DS und einige Software erstmals der japanischen Öffentlichkeit zugänglich.

In der ersten Woche nach der Veröffentlichung verkaufte sich der 3DS in den USA weniger als 400 000 Mal und blieb damit hinter den Erwartungen der Analysten zurück. In Europa wurden bis Mitte Mai 2011 etwa 300 000 Exemplare verkauft, davon ca. 50 000 Einheiten in Deutschland. Mit Stand Juli 2011 wurde die Konsole weltweit 4,3 Millionen Mal verkauft.Als Reaktion auf diese enttäuschenden Zahlen und eine nach unten korrigierte Gewinnprognose kündigte Nintendo für den 12. August 2011 Preissenkungen von 29 bis 40 Prozent für das Produkt an. Kunden, die einen 3DS vor der Preisreduktion kauften, wurden mit kostenlosen, teilweise exklusiven Spiele-Downloads entschädigt. Damit wurden in dem Monat 235 000 Exemplare verkauft, davon 185 000 nach der Preissenkung.[14]

Technische Merkmale

Wie schon sein Vorgänger, der Nintendo DS, bietet der Nintendo 3DS zwei Bildschirme. Der obere Bildschirm auf der Innenseite des Deckels bietet ein autostereoskopisches 3D-Display der Firma Sharp mit einer Diagonale von 8,97 cm (3,53 Zoll), das ohne spezielle Brille genutzt werden kann. Die Auflösung des 3D-Display beträgt insgesamt 2 × 400 × 240 px, d. h. 400 × 240 px für jedes Auge. Die Intensität der stereoskopischen Darstellung ist über einen Schieberegler stufenlos einstellbar bis abschaltbar. 3D-Darstellungen können auf Dauer auch über ein Passwort deaktiviert werden. Nintendo empfiehlt dies ausdrücklich Eltern, die Kleinkinder mit dem Gerät spielen lassen, obgleich es keine Erkenntnisse zu etwaigen Langzeitschäden durch stereoskopische Projektionen gibt. Der untere Bildschirm hingegen ist ein 7,62 cm (3 Zoll) großer, druckempfindlicher Touchscreen. Die Auflösung des Touchscreens beträgt 320 × 240 px.

Auch bei der Steuerung ähnelt der 3DS seinem Vorgänger. Zur besseren Steuerung befindet sich nun jedoch ein Analog-Stick, genannt Slide Pad, auf der linken Seite. Die Tasten „Start“ und „Select“ sind an der Unterkante des Touchscreens angeordnet zu denen sich beim 3DS auch ein, ähnlich wie bei der Wiimote, „Home-Button“ gesellt, mit dem es möglich ist aus Spielen in das Hauptmenü zurückzukehren, ohne das Spiel dabei zu beenden, allerdings nur bei 3DS-Spielmodulen (sofern keine neue Anwendung gestartet wird). Zusätzlich ist Bewegungssteuerung über einen Beschleunigungssensor und einen Gyrometer möglich. Diese ermöglichen auch einen Schrittzähler im 3DS. (Siehe auch Spielmünzen) Als Grafikchip verwendet der 3DS die „PICA200“-Prozessortechnologie des japanischen Unternehmens Digital Media Professionals. 

Wie der direkte Vorgänger – der DSi, besitzt auch der 3DS Kameras, jedoch zwei auf der Außenseite der Konsole, die stereoskopische Fotografien ermöglichen sowie eine innen zum Spieler gerichtet. Alle Kameras haben eine VGA-Auflösung von 640 × 480 px (0,3 Megapixel). Die Wi-Fi-Anbindung wurde ausgebaut, so dass man sich mit anderen 3DS-Systemen verbinden kann und z. B. das Austauschen von Highscores möglich ist. Der Nintendo 3DS kann immer online sein, auch im Stand-By-Modus, um Spielupdates, etc. herunterzuladen oder die StreetPass-Funktion zu nutzen (Datenaustausch bei bestimmten Spielen). Das 2,4-GHz-Band wird unterstützt. Die Wi-Fi Funktionalität kann erstmals über einen physischen Schalter an- und ausgeschaltet werden.

Spiele werden wie beim Nintendo DS auf den bekannten Spielmodulen ausgeliefert, die mechanisch abgeändert wurden, so dass sie nicht in den DS passen. Die Spiele haben eine maximale Größe von 8 GB, daneben ist wie beim DSi ein SD(-HC)-Kartenschacht vorhanden, der als Unterstützung des internen Speichers dient, um z. B. die aufgenommenen Fotos zu speichern. Ähnlich wie bei der Wii wird auch ein Activity Log geführt, mit dem der Benutzer die Spielzeit für jede verwendete Software aufgelistet bekommt.

Das Gewicht des Handhelds beträgt 227 Gramm. Betrieben wird er mit einem Lithium-Ionen-Akku mit 1300 mAh. Laut Nintendo wird der Akkumulator beim Abspielen von 3DS-Spielen 3–5 Stunden, bei DS-Spielen 5–8 Stunden lang halten. Diese Angaben sind bezogen auf die höchste Helligkeitsstufe, da unter geringerer Helligkeitsstufe der 3D-Effekt schlechter bis gar nicht mehr sichtbar sein soll. Die Abmessungen betragen 13,5 cm Länge, 7,4 cm Breite und 2 cm Höhe. Die Herstellungskosten für die Hardware und den Zusammenbau belaufen sich laut Analyse-Dienst IHS iSuppli auf rund 73 Euro. 

Ferner können 3D-Fotos und Tonaufzeichnungen erstellt werden, letztere können per SD-Karte auch anderweitig genutzt werden. Seit dem Firmware-Update auf Version 3.0.0 (7. Dezember 2011) besteht die Möglichkeit 3D-Videos aufzunehmen und anzuschauen.

Mit Hilfe der sechs beiliegenden AR-Karten können in Spielen und Anwendungen, die diese unterstützen, spezielle Funktionen genutzt werden. So erscheinen beispielsweise Tiere von Nintendogs+Cats virtuell auf diesen Pappkarten mit Ausrüstungen dieser Charaktere. Zugleich können Fotos erstellt werden und Sprachbefehle wie Tricks der Tiere gezeigt werden.

Circle Pad Pro

3DS mit Circle Pad Pro

Am 13. September 2011 kündigte Nintendo-Präsident, Satoru Iwata, ein 2. Schiebepad für den 3DS an. Dieses wird als optionales Zubehör erhältlich sein und bei einigen Spielen Verbesserungen in der Steuerung bieten. In Deutschland ist das sogenannte Circle Pad Pro am 27. Januar 2012 erschienen. Das erste Spiel, das es unterstützt, ist Resident Evil: Revelations.

Das Circle Pad Pro ist eine Zusatzperipherie, in die der 3DS hineingelegt wird. Auf der rechten Seite ergänzt das Circle Pad Pro so einen zweiten Analogstick. Des Weiteren ergänzt die Peripherie das 3DS-System um zwei weitere Schultertasten. Das Circle Pad Pro wird mit einer eigenen Batterie betrieben und kommuniziert mit dem 3DS mittels Infrarot. Für den 3DS XL ist seit März 2013 eine angepasste Version des Circle Pad Pro erhältlich.

Street- und SpotPass

Bei StreetPass handelt es sich um eine Möglichkeit, Daten (z. B. Spielgegenstände) mit anderen Nutzern auszutauschen. Bei der Übertragung wird auch das Mii übertragen, welches dann in einer bestimmten Anwendung, der StreetPass Mii-Lobby, betrachtet werden kann. Auf diese Weise kann man zB. Puzzelteile tauschen, die man sich sonst für Spielmünzen kaufen muss. Die Übertragungsdauer liegt zwischen ca. zwei Sekunden und drei Minuten.

Mit SpotPass verbindet sich das System automatisch mit dem Internet, um z. B. Videos oder Nachrichten herunterzuladen. Außerdem ist es bei ausgewählten Softwaretiteln möglich über SpotPass kostenlos Zusatzinhalte und passende Mitteilungen zu erhalten, auch wenn die jeweilige 3DS-Speicherkarte (Spielmodul) nicht eingelegt oder gestartet ist.

Spielmünzen

Mit Hilfe des Schrittzählers wird dem 3DS für jeweils 100 zurückgelegte Schritte eine virtuelle Spielmünze hinzugefügt. Diese Spielmünzen können für diverse Softwaretitel verwendet werden, wie zum Beispiel für die StreetPass Mii-Lobby, Nintendo Briefkasten, LEGO Star Wars III oder Mein Gestüt 3D

Die Anzahl der Spielmünzen, die man an einem Tag erhalten kann, ist auf 10 begrenzt und insgesamt können sich gleichzeitig bis zu 300 Spielmünzen auf dem 3DS befinden.

NFC

Der New Nintendo 3DS bzw. New Nintendo 3DS XL besitzen ab Werk ein NFC-Modul. Für die älteren Modelle ist seit Herbst 2015 ein NFC-Lese-/Schreibgerät erhältlich.[24][25][26]

Software

Wie auch schon andere Nintendo-Konsolen ist der Nintendo 3DS abwärtskompatibel. So können beispielsweise Nintendo-DS-Spiele auch auf dem 3DS gespielt werden. Zusätzlich ist es möglich, bereits gekaufte DSiWare-Titel von einem Nintendo DSi auf den 3DS zu übertragen. Somit ist kein erneuter Kauf nötig. Wie bereits die Wii enthält der neue Handheld auch eine eigene Fassung der Virtual Console. In der Online-Bibliothek lassen sich unter anderem ausgewählte Game-Boy- und Game-Boy-Color-Titel, sowie NES-Titel herunterladen und spielen. Einzelne Spiele werden aufbereitet und unterstützen den 3D-Effekt.

Der Nintendo 3DS bekam zudem am 7. Juni 2011 einen NetFront-Webbrowser sowie einen Zugang zum eShop für Spieledownloads. Wegen technischer Probleme konnte der eShop nicht wie zunächst geplant zur Veröffentlichung der Konsole verfügbar sein. Anders als bei den Spieledownloadzentralen für Wii und DSi kann zur Bezahlung keine Nintendo-Points-Card verwendet werden, stattdessen dient als Bezahlmethode die Kreditkarte. Für Ende Juni 2011 wurde angekündigt, dass zusätzlich eShop-Guthabenkarten im Handel erscheinen sollen; am 29. Juni 2011 aber wurde bekannt, dass deren Veröffentlichung erneut verschoben wird, bis Mitte/Ende Juli 2011.Zu diesem Datum hat Nintendo dann zwei verschiedene Karten mit den Werten 15 und 25 € veröffentlicht. 

Im eShop erworbene Software wird automatisch auf der angeschlossenen SD-Karte, oder im Fall von DSiWare im systeminternen Speicher installiert. Speicherplatz wird im Benutzerinterface des 3DS in „Blöcken“ angegeben, ein „Block“ entspricht 128 Kilobyte. Während Virtual Console und Nintendo 3DS Download-Software nur auf der SD-Karte gespeichert werden kann, ist DSiWare über den Menüpunkt „Datenverwaltung“ in den Systemeinstellungen frei zwischen SD-Karte und internem Speicher bewegbar. Von der Software erstellte Daten wie z. B. Speicherstände oder die relative Position des Icons im „Home“-Menü werden dabei mit verschoben. Jedoch ist das Starten von auf einer SD-Karte gespeicherter DSiWare nicht möglich. 

Durch ein System-Update am 7. Dezember 2011 wurde der 3DS um eine Videoaufnahmefunktion erweitert. Diese erlaubt dem Nutzer 10-minütige 2D- sowie 3D-Videos aufzunehmen und Stop-Motion Filme zu erstellen. Seit dem 15. Dezember 2011 kann kostenlos der Eurosport Videoplayer aus dem Nintendo eShop heruntergeladen werden. Dieser Videoplayer erlaubt dem Nutzer 3D-Sportvideos anzusehen.[36] Das Angebot wurde jede Woche aktualisiert, jedoch ist mittlerweile der Support der Anwendung eingestellt und es werden keine neuen Videos veröffentlicht. Nutzer dieser Anwendung können sie zwar erneut herunterladen, im EShop taucht sie aber nicht mehr auf.

Am 21. Dezember 2011 erschien der Nintendo Briefkasten im Nintendo eShop. Der Nintendo Briefkasten ermöglicht es dem Benutzer, Briefe an seine Freunde (die in der Freundesliste des Nintendo 3DS verzeichnet sind) zu verschicken. Die Briefe werden anhand des Touchscreens handschriftlich geschrieben und via StreetPass gesendet und empfangen. Wenn man mehrere Male Briefe verschickt, schaltet man neue Funktionen frei, wie z. B. 3D-Schrift, neues Briefpapier und das Einfügen von Fotos. Weitere Briefpapiere, sowie die Möglichkeit bis zu 5 Sekunden lange Audioaufnahmen einzufügen, können über Spielmünzen freigeschaltet werden. Bis zum 1. November 2013 konnten die Nachrichten auch über SpotPass (Internet) versendet werden. Diese Option wurde von Nintendo eingestellt, weil die Software teilweise auch von Minderjährigen dazu verwendet wurde, anstößiges Material zu tauschen. Zudem sollen hierfür in Foren auch Freundescodes getauscht worden sein.

Am 25. April 2012 wurde Version 4.0.0-7E veröffentlicht. Mit dieser ist es möglich Ordner für seine Software-Titel zu erstellen und diese nach Belieben zu ordnen. Außerdem werden nun Spiele-Patches unterstützt. So wurde ein Update für Mario Kart 7 bereitgestellt, welches Bugs, die unfaire Streckenabkürzungen ermöglichen, im Online-Modus behebt. Nebenbei wurde auch das Design des eShops benutzerfreundlicher gestaltet.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Nintendo_3DS